Vortrag und Diskussionsveranstaltung mit Otfried Nassauer
Donnerstag, 26. März 2015, 20:00 Uhr
Acud, Veteranenstraße 21, 10119 Berlin, Studio in der 1. Etage
Der Eintritt ist frei
Das Verhältnis des Westens, der NATO und der EU, zu Russland ist auf einem neuen Tiefpunkt angelangt. Hatten wir 1991 noch Hoffnung auf eine gesamteuropäische Sicherheitsarchitektur, muss heute, knapp ein Vierteljahrhundert später schon von einem neuen Kalten Krieg gesprochen werden. Die Auslöser waren die Proteste auf dem Majdan in Kiew, der Sturz Janukowitschs,und die Annexion der Krim durch Russland., der Krieg innerhalb der Ukraine. Die militärische Zuspitzung ist so dramatisch, dass sich fast die Hälfte der Deutschen vorstellen kann, dass es zu einem heißen Krieg mit Russland kommen könnte.
Wo ist die Diplomatie? Gewiss, es gab die Verständigungsoffensive von Merkel und Holland. Dennoch drängt das Militärische in den Vordergrund. Zugleich verstärkt aber Moskau seine Drohgebärden, erklärt Putin die Annektion der Krim als präventiv, stellt die NATO eine neue schnelle Einsatztruppe auf und kündigt Großmanöver in Polen an, rüsten die USA die baltischen Staaten mit neuen Waffensystemen aus, und muss sich unser Außenminister in den USA den Vorwurf einer Apeasementpolitik gefallen lassen. Mahnende Stimmen (Ex-Kanzler Schmidt, Matthias Platzeck, Ex-Außenminister Genscher, Ex-Moskau Korrespondentin Gabriele Krone - Schmalz) sind in diesem Konzert der scharfen Töne eher die Ausnahme.
Attac hat Otfried Nassauer gebeten, die Hintergründe dieser Entwicklung zu analysieren, Interessenhintergründe offenzulegen und mögliche diplomatische Auswege aufzuzeigen.
Der Friedens- und Konfliktforscher Otfried Nassauer leitet seit 1991 das Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit (BITS). Er befasst sich insbesondere mit sicherheitspolitischen Entwicklungen der Rüstungskontrolle, unter anderem von Atomwaffen und Landminen und deutschen Rüstungsexporten. Außer in Publikationen des BITS veröffentlicht er u.a. in der TAZ, dem Neuen Deutschland, dem Spiegel, dem Friedensforum, der Sendereihe Streitkräfte und Strategien des NDR und der Jungen Welt.